Sabeth Holland

Abbildung aus der GIMSG-Publikation

Sabeth Holland – Kunst, die Entwicklung sichtbar macht

Sabeth Holland ist Malerin und Bildhauerin und entwickelt darüber hinaus Installationen, digitale Interventionen sowie Konzepte für Kunst am Bau und öffentliche Räume. Sie wuchs in einem Künstlerhaushalt im St. Galler Rheintal auf, trat 1991 mit ihrer ersten Einzelausstellung an die Öffentlichkeit und stellt seither in Europa, Amerika und Asien aus. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Auf ihrer offiziellen Website beschreibt sie ein Schaffen, das von Farbenfreude, Formenvielfalt und einer sehr persönlichen Wahrnehmungswelt geprägt ist. Ihre Kompositionen folgen einem Plan und lassen zugleich Raum für das Überraschende. Einzelne Formen, Farbschichten und Details verbinden sich zu Werken, die nicht auf den ersten Blick abgeschlossen sind, sondern bei längerer Betrachtung immer neue Zusammenhänge erkennen lassen.

Sechs Umschläge – ein Lebenszyklus

Eine besondere Verbindung zum Integrierten Management entstand durch die Buchreihe «Meilensteine der Entwicklung eines Integrierten Managements». Die damalige Idee von Bettina Würth war, den Lebenszyklus des Werdens, Seins und Vergehens auf den Umschlägen der sechs Bände in sechs Bildern sichtbar zu machen. Sabeth Holland nahm diesen Gedanken künstlerisch perfekt auf und übersetzte ihn in eine zusammenhängende Bildfolge.

Die Motive führen von Feldern und Samen über Wachstum, Blüte, Reife und Ernte bis zum anbrechenden Winter und zur Hoffnung auf einen Neubeginn. Jeder Umschlag steht für eine eigene Entwicklungsphase; gemeinsam ergeben die sechs Bilder einen vollständigen Zyklus. Damit sind sie weit mehr als eine dekorative Begleitung der Bücher. Sie machen anschaulich, dass auch Unternehmen entstehen, wachsen und reifen, an Grenzen gelangen und sich rechtzeitig erneuern müssen.

Der künstlerische Lebenszyklus greift damit genau jene Frage auf, die Reinhold Würth, Bettina Würth und Christian Abegglen bereits im damaligen Projekt innerhalb der Würth-Gruppe beschäftigte: Wie kann sich ein Unternehmen immer wieder neu erfinden, ohne seine Identität und seine gewachsenen Stärken zu verlieren?

Mehr als zwei Jahrzehnte später nimmt Reinhold Würth diesen Gedanken in seinem Essay «Vom Werden, Sein und Vergehen» zum Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025 erneut auf. Er beschreibt darin den Lebenszyklus als ein Grundmuster, dem auch Wirtschaftsunternehmen und Institutionen unterliegen. Die Führungsaufgabe sieht er darin, die Kraft des Werdens lebendig zu halten und den Übergang zum Vergehen möglichst weit hinauszuschieben.

Sabeth Hollands sechs Bilder geben diesem Gedanken eine bleibende visuelle Form. Sie zeigen Entwicklung nicht als gerade Linie, sondern als Folge von Aufbruch, Wachstum, Reife, Veränderung und Neubeginn. Darin berühren sich ihre Kunst und das Integrierte Management: Lebensfähigkeit ist kein erreichter Endzustand, sondern die Fähigkeit, sich aus dem Bestehenden immer wieder weiterzuentwickeln.

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